Die Rasse

 Warum ein Rhodesian Ridgeback?

Der erste Rhodesian Ridgeback, den wir bewußt wahrnahmen, war eine Ridgeback Hündin von einem unserer Tierärzte.  Das war im Jahr 2004.  Diese Gelassenheit, das an Ignoranz grenzende Nichtbeachten von Fremden, der elegante Körperbau und dann die Augen, die uns direkt anschauten, ohne auch nur eine Sekunde den Blick abzuwenden, dieses Selbstbewusstsein..... wir waren fasziniert!

Wir haben uns Zeit gelassen, die Rhodesian Ridgebacks kennen zu lernen.

Bevor wir unseren Dhahabu ( Dieter genannt, siehe Bild oben ) im Jahr 2006 zu uns holten, haben wir uns intensiv mit der Rasse beschäftigt.

Unsere ersten beiden RR – Bücher waren das Buch von Jochen H. Eberhardt – Der Rhodesian Ridgeback- ( ISBN 3-8263-8466-0 ; Parey Buchverlag Berlin ) und das Buch von Stig G. Carlson – Rhodesian Ridgeback – ( ISBN 3-933228-15-8 ;  Kynos Verlag ).

Je mehr wir lasen, desto mehr waren wir gefangen von der Außergewöhnlichkeit dieser Hunde.

Es gab einige Hunde in unserem Leben, die alle einzigartig waren, aber keine Rasse hat uns so verzaubert wie die Ridgebacks. Zunächst kam es uns so vor, daß nur wir so fühlen und denken, was diese Hunde angeht. Je mehr wir doch mit anderen Ridgeback-Besitzern zusammen kamen, je mehr stellten wir fest, den anderen geht es genauso!!!

Unsere Erfahrungen mit diesen Hunden in den letzten Jahren haben unsere Begeisterung für diese Rasse immer mehr wachsen lassen.

Ridgebacks sind große Individualisten. Kadavergehorsam wie bei anderen Hunderassen, solche, die sich besonders zur Schutzhundeausbildung eignen, kann man von einem Ridgeback niemals erwarten.

Seine ursprüngliche Bestimmung ein furchtloser Jagdhund, ein sehr aufmerksamer Wächter mit einem „siebten Sinn“ für Gefahren zu sein und die dazu gehörenden Instinkte hat er nie verloren. Es gehört zu seiner Natur selbstständig Entscheidungen zu treffen. Nur das hat ihm in seiner Heimat Afrika geholfen bei Großwildjagden zu überleben. Diese harte Selektion hat seinen Charakter nachhaltig geformt.

Der Rhodesian Ridgeback ist ein spätreifer Hund. Nur mit viel Liebe, Geduld und Konsequenz wird aus ihm ein hervorragender Hausgenosse und Familienmitglied. Daher gehört er nur in die Hände von erfahrenen Hundehaltern.

Ridgebacks sind auch keine ausgesprochenen Familienhunde wie Retriever oder Labrador. Unsere Empfehlung ist, daß die Kinder in der Familie mindestens schulpflichtig sein sollten, da z.B. ein pubertierender Rüde schon ziemlich rumpelig sein kann, mit mindestens 35 KG Körpergewicht kann dies schnell unangenehme Folgen haben.

Es gibt Eigenarten, die man bei keinem anderen Hund findet. Sie suchen intensiv die Nähe zu ihrem Rudelführer, sie brauchen die Tuchfühlung. In dieser Hinsicht sind sie wie Schoßhunde.

Für eine Zwingerhaltung oder eine Haltung außerhalb des Hauses sind sie völlig ungeeignet.

Da sie sehr individuell sind, haben sie auch sehr unterschiedliche Charakterzüge, ähnlich wie bei uns Menschen. Ein Freund sagte einmal zu uns :

 

„Eure Hunde haben sehr menschliche Züge, sie sind genußsüchtig, bequem und liebevoll!“

 

Unser Rüde, der Dieter, hasst Regen, er ist nicht zu bewegen dann hinaus zu gehen. Um jede Wasserpfütze macht er einen Riesenbogen. Wenn er gefuttert hat, säubert er intensiv seine Vorderbeine, denn es könnte ja sein, dass ein Essenspritzer an sein Fell gekommen ist. Dabei frisst er so manierlich, daß auch nicht ein Reiskorn übrig bleibt, geschweige denn auch nur eins neben seinen Napf fällt. 

Farida ( genannt Frizzi siehe Bild unten ) sind Regen und Wasser egal. Rein in die Büsche, raus aus den Büschen, egal welches Wetter herrscht. Völlig furchtlos und äußerst neugierig.

Während sie sehr gehorsam ist, braucht Dieter erst einmal Zeit zum Überlegen, ob z.B. der Befehl „SITZ“ ihm galt oder jemand anders gemeint ist, obwohl gar kein anderer da ist. Man muss aber Verständnis für ihn aufbringen. Er ist ein großer Hund und da passiert das schon einmal, daß ein Befehl, der vom Kopf zum Hinterteil geht, auch verlorengehen kann.........

Obwohl sie Halbgeschwister sind, sind sie ziemlich unterschiedlich.

Sie ist ein richtiges Mädchen mit entsprechenden Eigenschaften. Wenn sie nicht genügend beachtet wird, ist sie eingeschnappt und beleidigt und ignoriert uns. Es ist schon erstaunlich, was für eine intelligente kleine Persönlichkeit sie ist und welches Selbstbewußtsein sie hat. Man braucht ihr nur in die Augen zu sehen.

 

Auch von unseren Ridgebackfreunden haben wir solche Geschichten gehört. Unsere Hunde überraschen uns jeden Tag mit etwas Neuem.

Hier wollen wir nicht unseren dritten "Ridgeback" vergessen, unseren Anton ( genannt Tönne ). Näheres kann man unter der Rubrik "UNSERE HUNDE" nachlesen.

 

 

 WARUM SOLLTE MAN NUR EINEN HUND AUS EINER VDH/FCI REGISTRIERTEN ZUCHT NEHMEN?

 

Weltweit existiert die Organisation der Kynologie – die FCI  ( Federacion Cynologique Internationale ) , sie umfasst nationale Mitglieds- und Partnerländer, unter anderem auch Deutschland.

In Deutschland besteht ein Dachverband zur Hundezucht, der VDH ( Verband für das Deutsche Hundewesen ).  Er stellt eine Interessenverwaltung der Hundehalter und Zuchtverbände in Deutschland dar.

Als wir uns für diese wunderbare Rasse entschieden haben, haben wir uns überlegt, woher erhalten wir einen gesunden, wesensfesten Hund. Wir fingen an zu suchen und haben uns viele Zuchtstätten angesehen von eingetragenen VDH Züchtern und auch von anderen, nicht VDH registrierten Züchtern. Schließlich fanden wir den Kennel Banda la Farasi von Uta Wilhelmi, Mitglied in einem VDH Zuchtverband.

Von dort haben wir Dieter und 4 Jahre später auch Frizzi "adoptiert" ( wir mögen nicht sagen "gekauft", denn ein Familienmitglied kauft man nicht...). Auch Anton ist aus einer VDH Zucht.

Wir hatten zunächst nie die Absicht zu züchten. Das kam eigentlich so von selbst. Dann stellte sich die Frage, welcher Zuchtverband für uns in Betracht kommt, da haben wir uns für Club E.L.S.A. e.V. ( Club zur Erhaltung der Laufhunde des südlichen Afrikas )  entschieden. Es sprachen mehrere Gründe dafür, warum wir in diesem VDH/FCI Verband unser züchterische Heimat fanden.

Hier in Deutschland explodiert die Anzahl der unregistrierten Ridgebackzüchter derzeit.

Nicht selten hört man von aggressiven und absolut nicht wesensfesten RR, teilweise gerät so die ganze Rasse in Verruf.

Es gibt Zuchtvereine ( die sogenannte Dissidenz ! ) die u.a. mit der Ausstellung von Papieren, Ausstellunsgerfolgen etc. werben, dies sind KEINE VDH-anerkannten Vereine. ( VHD registrierte Vereine haben das nicht nötig solch eine Werbung zu betreiben. )

Das bedeutet, die absolut hohen Anforderungen der anerkannten VDH Zuchtvereine werden gar nicht eingefordert. Häufig werden Hunde zur Zucht benutzt, ohne hierfür besonders beurteilt worden zu sein oder die bei den VDH Zuchtverbänden durchgefallen sind. Jeder, der ernsthaft an dieser wunderbaren Rasse interessiert ist, sollte darauf achten, woher die Zuchtpapiere kommen.

Unsere Empfehlung: Übernehmen Sie keinen Hund aus einer Zucht, die nicht VDH/FCI registriert ist.

Auch bei diesen Dissidenten gibt es Unterschiede und sicherlich auch gute Züchter; wir fragen uns allerdings, warum man nicht im Interesse der Rasse dann einem VDH-Verein beitritt und das Zuchtpotential weltweit zur Verfügung stellt – dies ist nur möglich bei VDH/FCI Papieren. Nur das kann dauerhaft und langfristig gesehen die Rasse positiv erhalten.

Wir möchten nicht Schönreden, es gibt auch im VDH „schwarze Schafe“...... dennoch stehen wir zu der Aussage, es kann nur mit FCI/VDH Zuchten der hohe Standard gehalten werden.

Denn es geht grundsätzlich um die Gesunderhaltung und Förderung der Rasse und nicht darum, wer welchem Verein angehört.

Wenn jeder, der einen RR hat, für sich im kleinen Kreis anfängt zu züchten und kein hoher Standard eingehalten werden muss, kann dies auf Dauer der Rasse nur schaden und das sollte für Niemanden von Interesse sein.

Nachfolgend nur einige der Aspekte, die für eine verantwortungsbewusste Zucht nach dem Standard des VDH sprechen:

INTERNATIONAL ANERKANNTE PAPIERE

Welpen von VDH-Züchtern erhalten VDH/FCI Papiere. Nur diese Papiere sichern eine national und international anerkannte Qualität der Züchter und der Zuchthunde und nur diese Papiere ermöglichen eine vom VDH anerkannte Zucht.

ZUCHTZULASSUNGSPRÜFUNG

Im Club E.L.S.A. zugelassene Zuchthunde haben im Alter von zwei bis drei Jahren eine Zuchtzulassungsprüfung abgelegt. Von einer unabhängigen Zuchtkommission wurden sie in Bezug auf ein sicheres, souveränes Wesen und ein auf Exterieur gemäß dem international gültigen Rassestandard überprüft und ggf. gekört.

Bevor die Hunde jedoch die Zulassung zur Prüfung erhalten müssen sie:

  1. auf mindestens drei verschiedenen Ausstellungen mit international VDH/FCI anerkannten Richtern die Mindestnote „sehr gut“ erreichen. Das gleiche gilt für ihre Vorfahren bis hin zur 6. Generation, die entsprechend gute Noten erhalten haben müssen. Einsehbar ist die Ahnenreihe auf der Internetseite „RR Pedigree Research“.
  2. Sie müssen ein Röntgengutachten vorweisen aus dem hervorgeht, daß sie nicht an HD ( Hüftgelenksdysplasie ), ED ( Ellbogengelenksdysplasie ) und OCD ( Osteochondrosis dissecans ) leiden. Da diese Krankheiten vererbbar sind, müssen alle Vorfahren mütterlich- und väterlichseits dies ebenfalls über mindestens sechs Generationen nachweisen. Beurkundet wird dies von zwei unabhängig voneinander begutachtenden Veterinären, die natürlich vom VDH/FCI anerkannt und registriert sein müssen.
  3. einen anspruchsvollen und aussagekräftigen Wesenstest abliefern. Im Club E.L.S.A.-Zuchtverband können RR, da sie Jagdhunde sind, auch jagdlich ausgebildet werden. Schussfestigkeit ist sowieso ein Teil der normalen Wesensprüfung. Wesenfestigkeit bei RR ist ein äußerst wichtiger Faktor.

Wenn denn dann alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird mit der Zuchtleitung beraten, welcher Hund für die entsprechende Anpaarung geeignet ist, denn der Genpool ist nicht sehr groß bei Ridgebacks.

Eine Deckmeldung, dann die Wurfmeldung und schließlich die Wurfabnahme durch geprüfte Zuchtwarte sind der normale Ablauf in VDH Zuchtvereinen.

Nebenbei müssen wir als Züchter mindestens einmal im Jahr an einer zertifizierten Schulung teilnehmen. Auch die Zuchtstätte muß abgenommen und zugelassen werden. Strenge Voraussetzungen müssen eingehalten und erfüllt werden. Dies wird auch immer wieder überprüft.

KEINE MASSENZUCHT

Deckrüden dürfen im Club E.L.S.A. e.V. nicht zu oft eingesetzt werden, die Hündin darf nicht mehr als drei Würfe insgesamt haben und ab dem achten Lebensjahr nicht mehr gedeckt werden. Es müssen mindestens 18 Monate zwischen den Würfen liegen. Züchter dürfen nur maximal zwei zuchtfähige Hündinnen gleich welcher Rasse haben. Es darf nicht mehr als ein Wurf gleichzeitig aufgezogen werden.

POSITIVE PRÄGUNG

Club E.L.S.A. Hunde leben niemals im Zwinger sondern im Haus der Familie. Die sensiblen Hundewelpen werden frühzeitig sozialisiert und lernen mit anderen Tieren und Artgenossen umzugehen. Club E.L.S.A. bietet im späteren Hundeleben regelmäßige Junghundetage, sportliche und jagdliche Ausbildung an. Es gibt immer Ansprechpartner für jedes Problem.

Dass dies alles mit erheblichem Zeitaufwand und Kosten verbunden ist, braucht man eigentlich nicht zu erwähnen.

Apropos Kosten, ein RR kostet ( wie jeder andere Hund auch ) im Jahr etliches an Unterhalt. Steuern, Versicherungen, Registrierung ( z.Zt. nur in Niedersachsen ) und Futter sind nur einige Posten auf der Rechnung. Dazu kommt das ganze Zubehör wie Leinen, Halsbänder, Körbchen, Liegekissen ( der Ridgeback mag es gerne sehr weich... ) usw., usw., usw., ..........

Nicht darin enthalten sind Tierarztkosten, die unweigerlich auftreten, wenn der Hund krank wird, was immer geschehen kann.

Aber Tierarztkosten, die vermeidbar sind, weil der Hund an erblichen Krankheiten leidet, überschreiten schnell die 1000,00 € Grenze und dann sind wir wieder bei den Problemen, die man auf der RR Internetseite „Ridgeback in Not“ finden kann. Unverantwortliche Anpaarungen bedingen dann Riesenprobleme und so gerät diese wundervolle Rasse in Verruf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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